Die besten Spiel- und Film-Scores

11 min

score

Wer hört denn nicht gerne Musik!? Besonders wenn jene aus guten Spielen oder Filmen stammt, die viel Wert aufs Ohr legen. Da ich selbst viele Alben mit Vergnügen höre, möchte ich euch meine persönlichen Empfehlungen kurz vorstellen, die man gemütlich ohne das Hauptwerk genießen kann. Dabei werde ich mich nur auf die jeweiligen Scores fokussieren.

Was unterscheidet einen Score von einem Soundtrack?

Aus dem Filmbereich bezeichnet man Scores als Musikstücke, die extra für die Untermalung der Kinostreifen geschrieben wurden. Sie sollen unter anderem die Stimmung unterstreichen oder die Atmosphäre intensivieren. Häufig bestehen sie aus orchestralen Symphonien mit wenig oder keinem Gesang, es kann aber problemlos auf ein anderes Genre gesetzt werden. Bei einem Soundtrack hingegen kann auch zusätzlich schon existierende Lizenz-Musik oder gar wichtige Sprach- und Effektausschnitte des Films enthalten sein. Meist wird aber einfach der Score alleine unter dem Begriff (offizieller) Soundtrack zusammengefasst.

balladofthingstocome

Gleiches kann man für Spiele anwenden. Der Limited Edition Soundtrack zu Life is Strange besteht so beispielsweise aus lizenzierten Liedern verschiedener Künstler (Tracks 1 bis 14) und Stücken des Scores von Jonathan Morali (Track 15 bis 22). Normalerweise wird nicht jeglicher Titel angeboten, der sich im Spiel oder Movie befindet (bei RPGs wäre das immens übertrieben).

Im Folgenden werde ich übrigens nicht bewerten, wie gut die Musik ins Spiel eingebunden ist, generell kann ich euch aber diesbezüglich Dimitrys (Plus-)Video zu Spiele-Soundtracks empfehlen. Bei einer guten Arbeit werde ich dies jedoch erwähnen. Zuletzt bedeutet daher die Abwesenheit eures Lieblingsfilms oder -spiels nicht, dass es selbst oder auch nur dessen Musik schlecht wäre. SOMA setzt beispielsweise auf sehr subtile Töne, da diese gemeinsam mit der restlichen Soundkulisse schon für die perfekte Atmosphäre ausreichen, zum alleinigen Anhören überzeugen mich die Songs jedoch nicht – ok, ich gestehe, sie sind mir einfach nur zu gruselig. Sollte es dennoch Ergänzungen von eurer Seite aus geben – ich kenne ja auch nicht jegliche Musik – freue ich mich im Kommentarbereich darauf. Sehr bekannte Alben werde ich generell auslassen, da man dazu ja eigentlich nichts mehr sagen muss. Hierzu zählen unter anderem das The Elder Scrolls-, The Witcher- oder eben Star Wars-Franchise.

Apropos: Was die Musik in Star Wars so anders macht – Nerdkultur

The Whispered World von Finn Seliger

Dim-dim-di-dim----dim-dim-di-dim--dim. Hach, da werde ich gleich rührselig. Neben dem Piano gibt es in den meisten Liedern aus The Whispered World nur noch eine Flöte und etwas namens Fagott. Das habe ich dank meiner herausragenden Instrumentenkenntnis feststellen können und nicht etwa durch das Lesen der digitalen Cover-Rückseite. Drei Klangerzeuger genügen aber auch vollkommen. Zusammen mit dem vergleichsweise kleinen Raumhall kommt eine angenehme Stimmung auf, zumal im Adventure selbst nie wirklich viele Personen auftauchen (von den Feinden sieht man lediglich zwei Stück). Das Spiel ist aber trotzdem liebevoll und sauber gemacht, genauso wie der Score. Wenn sich die Bläser – ist das wirklich der politisch korrekte Ausdruck? Blas-Rohr-Lutscher… ne ok, bleiben wir bei Bläsern. Also… wenn sich die Bläser so nahe befinden, empfinde ich das persönlich als recht angenehm und es ist klasse, wenn man leise das Einatmen und sogar Befeuchten des Mundes hören kann, denn letzteres muss man machen, um einen besseren Job beim Blasen abzuliefern – oje, ich ahne schon die Kommentare von Leuten, die mit ihrer blühenden Fantasie da fälschlicherweise etwas Schmutziges hineininterpretieren.

mutterwitz

Beim Main Theme und Finale ergänzen weitere Instrumente das Ensemble bis einem sich die Haare stellen. Und das ist besonders erstaunlich, da man beim Spielen schon viele Songs zum Teil sehr lange hört und diese schönen Töne dort doch schon bewusst wahrnimmt. Hin und wieder kommt in den Stücken etwas Trübseligkeit auf, doch das stört wenig und wird gut durch hoffnungsvolle, anspornende oder drollige Passagen aufgelockert. Asgilia klingt etwas bedrohlicher, jedoch sind die tiefen Töne des Fagotts, die hinzukommenden Trommel, sowie der längere Nachhall einfach erstklassig. Worlds Collide spornt uns an weiter zu machen, obwohl wir wissen, dass doch alles unsere Schuld ist. Finale müsst ihr euch selbst anhören, das lässt sich nicht in Worte fassen. Als dreizehntes Lied gibt es dann noch einen Vorgeschmack auf den Nachfolger Silence mit einem sehr schönen Spannungsaufbau und eine Melodie zum sanften Mitwippen, für den Tilo Alpermann (bekannt aus The Night of the Rabbit) zuständig war.

Princess Mononoke von Joe Hisaishi

»Bäh, schon wieder Fantasy!?« Eigentlich bin ich kein Fan von dem ganzen Hobbit-, Narnia- und Potter-Gedöns, ein paar Ausnahmen konnten mich jedoch begeistern. Außerdem war vollkommen klar, dass Joe Hisaishi in solch einer Liste nicht fehlen darf. Doch den Score welches (Ghibli-) Films soll man bloß wählen? Man hätte gar den ganzen Artikel nur mit seinen Werken füllen können (ich kenn nur leider sehr wenige Animes). Gleichzeitig kann man aber auch keine falsche Wahl treffen und so geht es hier nun um die Musik aus Mononoke-hime – wenn ich mich richtig an den Japanisch-Kurs aus unserem Kindergarten zurückerinnere, dann heißt es auf Deutsch etwa »Geistwesen-Prinzessin«. Mononoke ist somit nicht der Name der Deuteragonistin.

mononoke-hime

Die Musik mit ihrer atemberaubenden Räumlichkeit und Dynamik ist übrigens perfekt, um sie sich nach einem neuen Hardware-Upgrade (bezüglich Ton versteht sich) anzuhören. Gleich zu Beginn droht ein sich nahender Angriff und nach einer tragischen Verdammung ertönt dann die vermutlich traurigste Flötenmelodie überhaupt, die sich in ausgewählten Szenen später in leicht anderen Varianten wiederfindet. In schönem Kontrast wird versucht fröhlich zu klingen, die Stimmung kann jedoch auch schnell wieder schwanken. Insgesamt finden sich auch kulturelle Instrumente wieder und dann erst das grandiose Klirren der winzigen Kodama-Köpfchen. Im Tatara Women Work Song gibt es dann erstmals (japanischen) Gesang eines Frauenchors. Lied 13 hat ordentlich Umpftata und 14 lässt das Herz schneller rasen. Den Theme Song könnte man wirklich ununterbrochen hören. Zwei Songs später gibt es ihn dann noch einmal in einer längeren, alternativen Version mit Gesang, dieser Track fehlt komischerweise in dem englischen Soundtrack, obwohl er im Film übersetzt eingesungen wurde.

The Battle Drums erzeugen dann mit weiteren Instrumenten einen kraftvollen Reverb, wobei der Nachhall sogar unterschiedliche Intensitäten annimmt. The World of the Dead und World of the Dead II vermischen angenehm einige bekannte Töne mit neuen, abgefahrenen Klängen. Ganz am Ende kann man dann doch noch Sasha Lazard mit der englischen Synchronisation genießen. Es ist schon interessanter, wenn man das Gesungene versteht… ähhmn… ne Moment, ich meine natürlich ich hab schon das japanische Original verstanden, Elite-Kindergarten und so.

Den Gesang zähle ich hier übrigens zum Score, da das Stück eben von Joe Hisaishi speziell zum Thema des Films geschrieben wurde. Habt ihr jetzt noch nicht genug von Princess Mononoke kann ich euch das zugehörige Image-Album und besonders die Symphonic-Suite nur ans Herz legen.

Deadlight von David García

Setzen wir das – übrigens unsortierte – Ranking mit einem bekannten Namen fort. Im fantastischen Hellblade war David García als Audio Leiter unter anderem für das sogenannte »Voice Hearing« zuständig, worunter manche psychisch kranken Personen leiden. Erzeugt wurde dies hauptsächlich dank binauralen Aufnahmen und für die komplette Soundkulisse gewann das Spiel verdient den BAFTA Award in der Kategorie »Audio Achievement«.

hellblade055
Das hört man gerne, nicht wahr Senua?

Davor hatte er allerdings schon einen tollen Job beim Score von Deadlight abgeliefert, von dem man jeden Song genießt. Zudem sind die Stücke sehr abwechslungsreich, einmal hört man einen schönen Frauenchor, im nächsten Lied dann verzerrte, elektronische Laute. Und ja, das passt erstaunlich gut zusammen! So punktet der Soundtrack mit seiner sehr eigenen Klangart.

Obwohl es Tracks mit noch halbwegs zahmem Rhythmus sind, erzeugt der ein oder andere doch das Gefühl zur Eile. Schwankende Hoffnung und Verlust sind weitere Motive des Spiels, die sich auch in der Musik widerspiegeln. Zudem sind viele Stücke verblüffend einprägsam, vermutlich auch wegen der Kürze von nur ein bis drei Minuten. Ausnahme bildet das fünf-minütige 12. Credits mit gefühlvollem Gesang und leichtem Gänsehaut-Feeling.

Dear Esther von Jessica Curry

Audio in narrativen Erkundungsspielen – oder Walking-Simulatoren, wie sie unpassenderweise getauft wurden – spielt für mich fast immer eine ebenso wichtige Rolle wie die Story. Leider wurde im GameStar-Test (vermutlich aber auch in vielen anderen) zu Dear Esther nichts darüber erwähnt, wobei man doch gerade bei Musik keine Angst vor Spoilern haben muss.

dearesther0

Im Score werden schwerwiegende Töne angestimmt, die es schaffen, einen auf eine recht emotionale Reise zu schicken. Und dies bei jedem Hören aufs Neue, obwohl es vermutlich zu den Soundtracks gehört, die ich am meisten abgespielt habe. Trotz der Stimmung fühlt man sich mit der Musik wohl, da man sie als einzigen Begleiter auf diesem schweren Weg bei sich hat. Und die Trauer wird mithilfe der Songs sogar schneller und deutlicher klar gemacht, als das man es sonst im Spiel über Optik und Monolog mitbekommt.

dearesther1

Dinnn dinnn dii dinnn dinnnhh und dann das Einsetzen der weinerlichen Streicher, 8. Stranding Stone ist vermutlich das stärkste Lied besonders durch die schöne Entwicklung der Stimmung. Toll ist außerdem, dass man sich beim Zuhören mancher Stücke an Bilder der Locations erinnern kann, an denen das jeweilige Audio im Spiel einsetzt. Die Musik bleibt nämlich bei jedem Durchlauf identisch, im Vergleich zur sonstigen Welt, in der sich an Stellen etwas andere Gegenstände befinden oder der gesprochene Text ändert.

dearesther2

Wie schon bei Deadlight gibt es auch diesmal etwas unnatürlich Laute (verzerrte Schreie?), die jedoch deutlich seltener aufkommen und sich mehr in den Hintergrund mischen. Dabei schwingt gegen Ende auch Wehmut mit… okay, vielleicht könnten manche Songs doch etwas spoilern. Abschließend birgt das letzte Lied Entschlossenheit samt einem neuen Instrument. Kurz vor dem Ende taucht ein negativer Hauch auf, der sich versucht durchzusetzen, jedoch verschlungen wird. Im Spiel findet sich hier ein fantastischer Abschluss.

Interstellar von Hans Zimmer

Hans Zimmer dürfte wohl zu den berühmtesten Filmkomponisten zählen. Besonders bei den Nolan-Filmen entfaltet er sein volles Potential. Zwischen Inception und Interstellar fiel mir die Entscheidung jedoch schwer. Ersteres hat wirklich herausragende Stücke, allen voran Mombasa, aber wenn mich irgendetwas an Interstellar erinnert, hab ich auch immer gleich die spannende Musik dieses Scores im Ohr.

pia13005

Der Großteil der Lieder beinhaltet immer wieder eine fantastische Orgel-Melodie die das ganze Album auszeichnet. Stellenweise sind die Lieder eine Weile richtig sanft und entspannend, wodurch dann ein Anstieg der Lautstärke und des Tempos plötzlich deutlich beeindruckender erscheinen. Irgendwie Sci-Fi typisch mixen sich ab und an Windgeräusche unter, durch die einem gleich fünf Grad kühler wird. Aber auch ein doch so untypisches Holzklackern integriert sich problemlos. Erinnerungswürdig ist auch eine Art E-Bass-Ton mit einer sehr langen Abklingzeit, welcher mittendrin von der einen Seite plötzlich auf die andere teleportiert wird. Ganz am Ende wundert man sich dann, wie schnell doch die Zeit vergangen ist.

The Swapper von Carlo Castellano

Einen weiteren, großartigen Science-Fiction-Score findet man bei The Swapper. Ich mag ihn eigentlich so sehr, das ich etwas mehr ins Detail gehen werde.

Schon das Theme ist vielversprechend und endet sehr mysteriös. Der Track, so wie alle folgenden, gehen flüssig ineinander über und schon beginnt das Intro. Eine mächtige Orgel setzt mit einem sich hebenden Ton ein, daraufhin ertönt ein entferntes, nach rauschendem Wind klingendes Geräusch und gibt dem ganzen Stück eine unglaubliche klangliche Tiefe. Im nächsten Lied finden wir einen Gang zu unserer Linken, aus dem bedrängliche Laute hallen, wobei etwas schwer zu erahnen ist, ob es sich nur um das Echo der restlichen, nahen Musik handelt oder dort doch etwas lauert. 4. Greenhouse ist nun deutlich entspannter mit dem angenehmen Wellenrauschen und einem ruhigen Tasteninstrument – hier möchte ich mich mal nicht weiter spezifizieren, nachher blamiere ich mich mit meiner Instrumentenkenntnis. Moment, könnte dieses Rauschen nicht auch der Atem eines Riesen sein? Neuer Track, diesmal sofort bedrohlich und man fühlt sich verloren durch die große Soundstage. Diesmal handelt es sich auch definitiv um eine monströses Grollen, ohne dabei aber zu starke Furcht zu erzeugen. Die Anspannung legt sich glücklicherweise langsam. Das Solo eines Tasteninstruments startet als starker Kontrast zum vorherigen Stück, die schnelleren Passagen ab 1:30 und nochmals gegen Ende, sind vermutlich am einprägsamsten am ganzen Album. 7. Sleep, es wird recht kalt… ohh, aber dieses Geräusch von dem man pinkeln muss hört sich einfach klasse an. Nummer acht scheint nicht sehr freundlich, man lauscht jedoch gerne den manchmal in der Ferne erscheinenden Tönen. Nächster Song, sehr bedrückend, als hätte sich zu unserer linken Seite ein tiefer Abgrund aufgetan und rechts verzerrte Sirenen anspringen. Nach nur 40 Sekunden hat man dies jedoch überstanden. Bei Track 10 stechen nun endlich wieder Klänge hindurch, die sich nach richtigen Instrumenten anhören und gegen Ende aufdrehen. 11. Solar bildet einen gediegenen Abschluss, der trotzdem eine gewisse Mächtigkeit behält. Die beiden letzten Stücke sind noch zwei alternative Themes.

theswapper

Mit unter einer halben Stunde Laufzeit ist der Score leider viel zu schnell vorbei, passt aber natürlich zu dem ebenfalls kürzeren und atemberaubenden Rätselspiel über Klonen. Sollte jemand den vorherigen Absatz übersprungen haben, weil er zu langsam liest oder überhaupt nicht des Lesens mächtig sein sollte, findet das komplette Album auf SoundCloud.

Imaginaerum by Nightwish von Petri Alanko

Imaginaerum ist das siebte Album der bekannten Metal-Band Nightwish. Zusätzlich entstand jedoch auch ein gleichnamiger Film mit ihrer Musik bei dem Nightwishs Jonny-Depp-Double Tuomas Holopainen als Autor beteiligt war, sowie stellenweise selbst den Hauptcharakter verkörpert hat. Der Großteil der Melodien stammt also auch von ihm, jedoch ist der Score von Petri Alanko eine Neuinterpretation dieser. Bei dem Namen sollte jetzt eigentlich jedem Remedy-Fan ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert werden, denn Alanko hat unter anderem die grandiosen Stücke aus Alan Wake komponiert.

awscratch
Achja, Alan-Wake-Darsteller Ilkka Villi hat übrigens ebenfalls eine Rolle im Film.

Jedoch würde ich nicht behaupten, dass weder Film noch Score nur etwas für Fans seien. Beim Anhören ertönt eine märchenhafte Stimmung, jedoch mit einer sehr düsteren und anfangs recht kühlen Art. Der Aufbau hin zur Epicness ist einfach nur beeindruckend, es wird allerdings auch zügig wieder ruhiger. Es gibt verschiedene, sehr schöne Chöre und innerhalb eines Liedes befindet sich wirklich viel Abwechslung. Andererseits kennt man natürlich beispielsweise den Gesang aus Track 9 schon vom Hauptwerk, er bleibt aber trotzdem super. Sundown hat einen schönen Rhythmus und ertönt einem auch noch nach dem Hören im Ohr.

Tomb Raider, Hammerwatch, Mafia und vom Komponisten verarscht

Als Abschluss möchte ich noch ein paar Empfehlungen in Kurzfassung erwähnt haben. Schon von der Musik des 2013er Reboots war ich angetan, als ich in einem Dev-Blog Töne eines eigens entwickelten Instruments gehört hatte. Insgesamt hat mich jedoch die Musik von Bobby Tahouri aus Rise of the Tomb Raider noch mehr begeistern können. Klar, die typische Tomb-Raider-Melodie der silikonfreien Reboot-Lara werden hier wiederverwendet, der Score birgt jedoch genügend frischen Wind. Außerdem bietet Crystal Dynamics die einzelnen Songs zum Gratis-Download in verlustfreier Qualität an.

Hammerwatch ist ein Game, das ich weder gespielt habe, noch ein großes Interesse daran habe dies jemals zu tun. Das Humble-Bundle welches diesen Titel enthielt, holte ich mir für irgend ein anderes Spiel. Jedoch hab ich gesehen, dass der OST enthalten war und so dachte ich mir, einfach mal hineinzulauschen. Und meine Güte liefern Two Feathers hier ab! Die aufreibenden Beats dürften einen wirklich dazu motivieren sich im schnellen Hack & Slay ordentlich anzustrengen und der frische Mix sollte selbst als Dauerschleife im Hintergrund nicht seine Kraft verlieren. Nur leider kann ich dies lediglich vermuten, hab es ja nie gezockt.

mafia_donut

Ganz klassisch geht es dafür bei Mafia II im Orchestral Score von Matus Siroky und Adam Kuruc zu. Die 48 Songs sind einfach das Paradebeispiel für einen instrumentalen Soundtrack und uneingeschränkt genießbar. Viele von euch werden sich vermutlich nur noch an die natürlich nicht weniger guten Radio-Songs erinnern – lauthals mitsingend durch die Stadt brausen hatte dank dem perfekten Handling ja wirklich riesigen Spaß gemacht – jedoch solltet ihr hier nochmal hineinhören und dem ganzen ein Chance geben, denn diese Tracks sollten ebenso Erinnerungen erwecken und entsprechend gewürdigt werden.

Nun gibt es noch einen Score, der wohl die größte Verarsche aller Zeiten für mich darstellt. Gone Home ist wieder eines dieser narrativen Erlebnisse. Man erkundet das Haus der eigenen, verschollenen Familie, um letztlich deren Geheimnisse zu lüften. An einigen Stellen soll auch etwas Grusel aufkommen und viele Tracks bieten einen wirklich ordentlich posanten Sub-Bass, Horror findet sich jedoch nie wirklich ernsthaft, das hört man den Liedern direkt an. Stattdessen gibt es dort etwas anderes, etwas das man sich wage vorstellen könnte. Auf den letzten, schwermütigen Schritten in Richtung Finale wird einem diese Vermutung in Track 14 bestätigt und unter die Nase gerieben (bei manchen Leuten auch in die Augen). Um Spoiler zu vermeiden, möchte ich jetzt nicht ins Detail gehen, allerdings stellt sich schließlich heraus, dass man ordentlich von Komponist Chris Remo hereingelegt wurde und es am Ende doch anders kommt. Immerhin verteidigt er sich bei den Entwicklerkommentaren damit, dass er nur die Hälfte des Spiels kannte, bevor die letzten Stücke geschrieben wurden und er so seine eigene Fiktion in die Geschichte einbringen konnte. Damit setzt er die Messlatte für ähnliche Spiele wie What Remains of Edith Finch oder Marie's Room ordentlich hoch, welche musikalisch wiederum nicht auf diesem Level mithalten können.